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Erster Wellenfront-Sensor für GRAVITY auf dem Paranal installiert

29. März 2016

Der erste von vier Wellenfront-Sensoren für das GRAVITY Instrument wurde am ESO Paranal-Observatorium in Chile erfolgreich installiert. GRAVITY ist ein Nah-Infrarot-Instrument der zweiten Generation für das Very Large Telescope Interferometer (VLTI), welches das Licht der vier 8,2m-Teleskope miteinander kombiniert, um eine viel höhere Auflösung zu erreichen, als es mit einem einzigen Teleskop möglich wäre. Alternativ kann GRAVITY auch das Licht der vier kleineren 1.8m-Hilfsteleskope kombinieren.

Das erste CIAO Wellfrontsensor-System nach seiner Installation im Coude-Raum des ersten VLT-Teleskops (UT1) auf dem Paranal Observatorium. Bild vergrößern
Das erste CIAO Wellfrontsensor-System nach seiner Installation im Coude-Raum des ersten VLT-Teleskops (UT1) auf dem Paranal Observatorium. [weniger]

Ein wichtiges wissenschaftliches Ziel bei der Verwendung von GRAVITY ist die Beobachtung von Objekten in der unmittelbaren Umgebung des Schwarzen Lochs im Zentrum unseres Milchstraßensystems - Objekte, die sogar in das schwarze Loch hineinfallen könnten. Darüber hinaus wird GRAVITY Studien von jungen stellaren Objekten und entwickelten Sternen mit unerreichter Empfindlichkeit ermöglichen. Um die höchstmögliche Empfindlichkeit und Auflösung zu erreichen, muss die durch atmosphärische Turbulenzen verursachte Bildunschärfe über jedem der Einzelteleskope mit den schnell deformierbaren Spiegeln einer adaptiven Optik (AO) korrigiert werden. Daher besteht GRAVITY neben dem Strahlvereiniger (dem „Beam Combiner Instrument“ BCI) im VLTI-Labor auch aus vier Infrarot-Wellenfrontsensoren zur Analyse der atmosphärischen Turbulenzen. Diese Wellenfrontsensoren sind in den vier Coude-Räumen der Teleskope untergebracht und werden Coude Infrarote Adaptive Optik (CIAO) genannt. Beobachtungen im Infrarot sind sowohl technisch für den Betrieb der AO als auch wissenschaftlich für den Nachweis und die Untersuchung von Himmelsobjekten hinter interstellaren Staubwolken von Vorteil.

Das BCI wurde bereits im Herbst 2015 auf dem Paranal installiert und momentan laufen Tests mit den Hilfsteleskopen.

Die CIAO Wellenfrontsensoren werden unter der Verantwortung des Max-Planck-Institut für Astronomie (MPIA) in enger Zusammenarbeit mit der ESO und dem GRAVITY Konsortium unter der Leitung vom MPE (Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik, PI-Institut) gebaut. Jedes CIAO System erhält Licht vom Separator-System im Inneren der Coudé-Räume und führt es durch seine interne warme Optik zu dem Infrarotdetektor in einem kalten Kryostaten. Um die atmosphärischen Störungen der eingehenden Wellenfront zu korrigieren, kommuniziert das CIAO-System direkt mit dem deformierbaren Spiegel.

Die Installationszeit des ersten CIAO System dauerte 24 Tage und begann Mitte Februar 2016. Nach 15-Tagen der Montage, Integration und interne Justierung in der Integrationshalle, wurde das Instrument am 2. März 2016 in den Coude-Raum des ersten Teleskops gebracht. Nach weiteren acht Tagen war das System voll funktionsfähig und in Bezug auf den Separator ausgerichtet. Derzeit läuft die wissenschaftliche Überprüfung einschließlich der Systemoptimierung und den ersten, für Anfang April 2016 geplanten praktischen Tests am Himmel.

Parallel zu den Installationsaktivitäten auf dem Paranal mit dem ersten System wurde die zweite Einheit getestet und die Montage und Ausrichtung der Systeme 3 und 4 am MPIA sind im Gange. Das zweite CIAO-System wird auf dem Paranal im April / Mai 2016 installiert. Mit zwei Wellenfrontsensoren vor Ort können dann die ersten interferometrischen Tests mit dem BCI beginnen. Die CIAO-Systeme 3 und 4 werden ab Mitte August bis Anfang Oktober 2016 auf dem Paranal installiert und in Betrieb genommen werden.

Weitere Informationen:

http://www.mpia.de/GRAVITY/

http://www.mpe.mpg.de/ir/gravity

MPIA-News-Meldung vom 13. Januar 2016:
http://www.mpia.de/de/aktuelles/kurzmeldungen/gravity

 
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