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Thomas Henning - Ehrenmitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften

19. Juni 2019

Prof. Dr. Thomas Henning, Direktor der Abteilung Planeten- und Sternentstehung am Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg, ist zum Ehrenmitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften (MTA) gewählt worden. Dies gab die MTA (ungarisch: Magyar Tudományos Akadémia) nach ihrer letzten Generalversammlung bekannt.

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Prof. Dr. Thomas Henning

Auf der 191. Generalversammlung der Ungarischen Akademie der Wissenschaften (MTA) wurden  kürzlich 17 international anerkannte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu Ehrenmitgliedern der Akademie gewählt. Entsprechend der Statuten ist dies für im Ausland tätige Wissenschaftler dann möglich, wenn sie in ihrem Fachgebiet auf international höchsten wissenschaftlichen Niveau tätig sind und ihre Leistung seitens der ungarischen Wissenschaft besonders gewürdigt wird.

Thomas Henning ist seit 2001 Direktor am Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg und leitet die Abteilung Planeten- und Sternentstehung (PSF) sowie eine Laborastrophysikgruppe in Jena. Schwerpunkte seiner Arbeit sind die Entstehung massereicher Sterne in der Milchstraße, die Beobachtung und physikalische Modellierung von planetenbildenden Scheiben um sehr junge Sterne, die Suche nach Exoplaneten und ihre Charakterisierung, aber auch die Charakterisierung der physikalischen und chemischen Eigenschaften des interstellaren Mediums (Gas und Staub). Außerdem war und ist Thomas Henning - teilweise in leitender Funktion- auch an verschiedenen großen Instrumentierungsprojekten beteiligt, welche die Beobachtung von Exoplaneten und das Verständnis über deren Entstehung entscheidend vorangebracht haben. Henning hat weiterhin die Heidelberg Initiative for the Origins of Life (HIFOL) vor fünf Jahren ins Leben gerufen und wird im März 2020 dazu neue Labore in Heidelberg eröffnen.

Henning verbinden langjährige Kooperationsbeziehungen mit den Kollegen des ungarischen astronomischen Akademieinstituts – dem Konkoly-Observatorium. So haben Henning und die ungarischen Kollegen die Lichtausbrüche von  sehr jungen „Baby“-Sternen untersucht, nach Mineralien in protoplanetaren Scheiben gesucht und diese mit dem ALMA-Interferometer erforscht.

Die ungarische Akademie ist die bedeutendste wissenschaftliche institutionelle und akademische Einrichtung in Ungarn; ihre Akademieinstitute bestehen aus 11 Sektionen und über 100 Forschungsgruppen oder Instituten. Sie wurde im Jahre 1825 gegründet. In ihrer Funktion als nationale Akademie organisiert sie gemeinsam mit der UNESCO, dem internationalen Wissenschaftsrat und der EU-Kommission das renommierte Weltwissenschaftsforum, welches alle zwei Jahre in der ungarischen Hauptstadt Budapest stattfindet. Der strukturelle Bestand der Akademie-Institute ist gegenwärtig durch die Regierung bedroht, da diese in einer neuen Organisation nach dem Muster der Max-Planck-Gesellschaft zusammengefasst werden sollen. Man könnte dies positiv bewerten, wenn nicht die Frage der Unabhängigkeit – wie sie der MPG zugestanden wird - bei der Politik der gegenwärtigen Regierung fraglich ist. Hier kommt ausländischen besonders renommierten Wissenschaftlern – wie dies Professor Thomas Henning ist – eine besondere Rolle zu.

 
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