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Otto-Hahn-Medaille für Anna-Christina Eilers

19. Juni 2020

Anna-Christina Eilers ist von der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) mit der Otto-Hahn-Medaille ausgezeichnet worden. Mit dieser Ehrung würdigt die MPG ihre Arbeit auf dem Gebiet der Erforschung von Quasaren, des intergalaktischen Mediums und des Milchstraßensystems.

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Anna-Christina Eilers

Mit der Verleihung der Otto-Hahn-Medaille ehrt die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) seit 1978  jährlich einige ihrer besten Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler. Die Auszeichnung ist benannt nach dem berühmten deutschen Chemiker und Nobelpreisträger  Otto Hahn (1879-1968), der zwischen 1948 und 1960 auch Präsident der MPG war. Die MPG versteht die Auszeichnung vor allem als Motivation und Unterstützung für junge, besonders talentierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit dem Ziel des Fortgangs ihrer Karriere in der aktiven Forschung.

Eine der 10 Preisträgerinnen und Preisträger 2020 der Chemisch-Physikalisch-Technischen Sektion der MPG ist Anna-Christina Eilers, die bis 2019 am Max-Planck-Institut für Astronomie in der Abteilung Galaxien und Kosmologie von Hans-Walter Rix arbeitete und in Heidelberg auch promoviert hat.

In ihrer Forschung befasst sich Anna-Christina Eilers auch mit dem intergalaktischen Medium und mit der Struktur der Milchstraße. Ihr Hauptinteresse gilt jedoch der Bildung und dem Wachstum sogenannter supermassereicher Schwarzer Löcher (engl. SuperMassive Black Holes, SMBH).

Im Gegensatz zu den „normalen“ stellaren schwarzen Löchern, bei denen es sich um die Überreste von Sternen handelt, erreichen SMBH mehrere Millionen oder Milliarden Sonnenmassen und befinden sich in den Zentren von Galaxien. Dort sammeln (akkretieren) sie Materie aus ihrer Umgebung - wie Sterne, Staub und Gas - um zu solch enormen Massen heranzuwachsen. Während dieses Akkretionsprozesses werden große Mengen an Energie freigesetzt, was die gerade aktiv akkretierenden Schwarzen Löcher sehr hell macht. Sie werden dann auch  Aktive Galaktische Kerne oder Quasare genannt. Die "Lebensdauer" von Quasaren - also die Zeit, in welcher der Großteil der Akkretion stattfindet - ist ein wichtiger Parameter, um das Wachstum dieser supermassereichen Schwarzen Löcher zu verstehen.

Im Rahmen ihrer Doktorarbeit entwickelte Anna-Christina Eilers eine neue Methode zur Schätzung dieser Lebensdauer von Quasaren, die letztlich auch die Massenzunahme dieser Objekte bestimmt. Ihr besonderes Interesse gilt jungen Quasaren aus der Frühzeit des Universums. Diese jungen Objekte scheinen die Materie viel schneller zu akkretieren und die Masse ihres Schwarzen Lochs schneller zu erhöhen, als es die aktuellen theoretischen Modelle vorhersagen. Ihr Ziel ist es, die Entstehung und das Wachstum dieser frühen supermassereichen Schwarzen Löcher zu verstehen, um neue Erkenntnisse über die Entwicklung von Galaxien in kosmischer Zeit zu gewinnen.

2020 wechselte Anna-Christina Eilers als NASA Hubble Fellow an das Massachusetts Institute of Technology (MIT) in den USA. Erst kürzlich wurde sie auch von der Internationalen Astronomischen Union (IAU) für Ihre Doktorarbeit ausgezeichnet.

 
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