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Babyfotos eines zu groß geratenen Sonnensystems

10. November 2014

Wissenschaftler unter der Leitung von Kate Su von der Universität Arizona in Tucson haben „Babyfotos“ des Planetensystems rund um den jungen Stern HD 95086 rekonstruiert. Das System weist große Ähnlichkeiten dazu auf, wie unser eigenes Sonnensystem vor rund 4,5 Milliarden Jahren ausgesehen haben dürfte, zwischen 10 und 90 Millionen Jahren nach seiner Entstehung. Insbesondere fanden die Forscher, dass HD 95086 zwei Staubgürtel besitzt – analog zum Asteroidengürtel und Kuipergürtel unseres eigenen, erwachsenen Sonnensystems. Bei aller Ähnlichkeit ist das HD 95086-System allerdings deutlich größer als unser eigenes. Außerdem besitzt das System einen riesigen Halo aus Staub, wie man ihn nur in jungen Planetensystemen findet.
<strong>Abbildung 1:</strong> Infrarotbild (Falschfarben) von HD 95086, aufgenommen mit dem ESA-Weltraumteleskop Herschel. Aus diesem und weiteren Herschelbildern konnten Su und ihre Kollegen den Aufbau des Systems mit seinen zwei Staubg&uuml;rteln und gro&szlig;em Staubhalo ableiten. Bild vergrößern
Abbildung 1: Infrarotbild (Falschfarben) von HD 95086, aufgenommen mit dem ESA-Weltraumteleskop Herschel. Aus diesem und weiteren Herschelbildern konnten Su und ihre Kollegen den Aufbau des Systems mit seinen zwei Staubgürteln und großem Staubhalo ableiten.

Bei der Untersuchung spielten Bilder eine wichtige Rolle, die mit der PACS-Kamera des ESA-Weltraumteleskops Herschel aufgenommen waren – einem Instrument, zu dem das Max-Planck-Institut für Astronomie (MPIA) wichtige Beiträge geleistet hat. Zoltan Balog vom MPIA, der Mitglied des PACS-Instrumententeams war und seine genauen Kenntnisse des Instruments auch bei der Analyse der Bilder von HD 95086 eingebracht hat, sagt: „Es ist spannend, dass wir hier eine Art junger Version unseres eigenen Sonnensystems gefunden haben. Und wir haben allen Grund, noch genauer hinzuschauen: Unsere Ergebnisse legen nahe, dass es im HD 95086-System mehrere junge Planeten geben sollte, die noch auf ihre Entdeckung warten.“

Hintergrundinformationen

Die hier beschriebenen Ergebnisse wurden am Montag, den 10. November 2014 auf einer Pressekonferenz auf dem 46. Treffen der Division for Planetary Sciences der Internationalen Astronomischen Union in Tucson, Arizona, bekanntgegeben.

Zusätzliche Informationen gibt es hier (auf englisch):

Pressemitteilung der University of Arizona:

 
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