Kontakt

Wolfgang Gässler
Telefon: +49 6221 528-277
Raum: 021

Kontakt Öffentlichkeitsarbeit

Jäger, Klaus
Klaus Jäger
Wissenschaftlicher Referent der Geschäftsleitung
Telefon: +49 6221 528-379
Raum: 216 H

Scharfer Blick des LBT auf NGC 6384 mit Hilfe von ARGOS und LUCI

19. Mai 2015

Während weiterer Testbeobachtungen zur Implementierung des Laserleitsternsystems ARGOS für das Large Binocular Telescope gelang dem Instrumententeam eine eindrucksvolle Aufnahme der Galaxie NGC 6384 in einer Entfernung von 80 Millionen Lichtjahren.

Die Galaxie NGC 6384. Bild vergrößern
Die Galaxie NGC 6384.

Auch nach dem erfolgreichen „First Light“ im Dezember 2014 (siehe hier) sind weiterführende Testbeobachtungen – sogenannte Commissioning Runs - notwendig, um das Laserleitsternsystem ARGOS am Large Binocular Telescope (LBT) in Arizona bald vollständig in Betrieb nehmen zu können. ARGOS erlaubt hochaufgelöste Beobachtungen an jeder beliebigen Stelle des Himmels mittels künstlich erzeugter Sterne im Gesichtsfeld des Teleskops. Mit diesen »Lasersternen« kann die durch Luftturbulenzen erzeugte Unschärfe der Bilder (das sogenannte Seeing) weitgehend korrigiert werden. Ziel des Systems ist dabei eine erfolgreiche Korrektur der gravierenden Störeffekte des sogenannten „Ground Layers“ – der dem Teleskop am nächsten gelegenen Atmosphärenschicht. In Verbindung mit den Infrarotkameras LUCI I und II können dann sehr scharfe Aufnahmen gewonnen werden, deren Qualität deutlich über den eigentlich herschenden atmosphärischen Bedingungen liegt

Das Bild der Galaxie NGC 6384 ist ein aktuelles Beispiel für die erfolgreiche Umsetzung dieser Technik. Mit einer Auflösung von etwa 0.25 Bogensekunden (Durchmesser des Vollmondes: etwa 1800 Bogensekunden!) liegt die Auflösung deutlich über den etwa 0.45 Bogensekunden, die ohne das System erreichbar gewesen wären.
Dank der erhöhten Bildschärfe erzielt man ganz nebenbei auch eine deutliche Empfindlichkeitssteigerung, denn das Licht schwacher und kleiner Objekte wird nicht mehr so stark auf dem Detektor verschmiert. Und so zeigt das Bild auch eine erstaunliche Zahl an viel weiter entfernten Galaxien, die durch NGC 6384 quasi „hindurchleuchten“.  Hier profitiert man auch von den verwendeten Spektralbereichen, denn es wurden zwei Beobachtungen im Nah-Infrarot (J und H-Filter) für das Endbild kombiniert. In diesen Spektralbereichen schwächt der interstellare Staub in NGC 6384 das Licht der dahinterliegenden Objekte deutlich weniger ab, als im sichtbaren Licht.

 
Zur Redakteursansicht
loading content