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Prof. Dr. Oliver Trapp zum MPG-Fellow an das Max-Planck-Institut für Astronomie (MPIA) berufen

16. Dezember 2015

Am 1. Dezember 2015 wurde Prof. Dr. Oliver Trapp vom Organisch-Chemischen Institut der Universität Heidelberg zum MPG-Fellow des Max-Planck-Institut für Astronomie (MPIA) berufen. Mit ihrem Fellow-Programm fördert die Max-Planck-Gesellschaft die Zusammenarbeit mit herausragenden  Wissenschaftlern außerhalb der Max-Planck-Institute.
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Prof. Dr. Oliver Trapp

Oliver Trapp promovierte 2001 im Fach Chemie an der Universität Tübingen. Nach seiner Postdoc-Zeit an der Stanford University in Kalifornien (USA) leitete er ab 2004 zunächst eine von der DFG geförderte Emmy Noether-Nachwuchsgruppe am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in Mülheim an der Ruhr. 2008 wurde Oliver Trapp, den die DFG auch mit dem Heinz Maier-Leibnitz-Preis auszeichnete, auf eine Professur an das Organisch-Chemische Institut der Universität Heidelberg berufen.

In seiner Forschung geht es insbesondere darum, katalytische chemische Reaktionen auf Ebene der Moleküle besser zu verstehen.  Die Untersuchung und Analyse solcher Vorgänge – insbesondere in großer Zahl - ist normalerweise jedoch nicht nur aufwändig, sondern vor allem sehr zeitraubend. Durch Verbindung der klassischen chemischen Analyse mit Mitteln moderner Informationstechnologie gelang es Oliver Trapp jedoch, die Effizienz und Qualität solcher Analysen enorm zu steigern, um möglichst viele Reaktionen in kurzer Zeit untersuchen zu können.

„So gelingt es, unter Verwendung einer durch Barcodes gesteuerten Zuführung von Proben viele Chromatogramme gleichzeitig zu erzeugen, die dann analysiert werden können“, sagt Prof. Dr. Oliver Trapp. „In einem bestimmten Zeitraum können so an die 50 Mal mehr Proben erforscht werden“.

Diese sogenannte Multiplexing-Gaschromatographie ist übrigens auch für andere Analysen sehr wertvoll. Als Beispiel kann hier die Untersuchung von Stoffgemischen genannt werden.

Seit kurzem sind Astronomen in der Lage, Exoplaneten nicht nur mit indirekten Methoden nachzuweisen, sondern auch auf Aufnahmen direkt sichtbar zu machen - wie hier am Beispiel des Planetensystems (b, c, d, e) um den Stern HR8799 (Mitte), der mithilfe einer Maske weitgehend ausgeblendet wurde. Die Aufnahme entstand mit dem Large Binocular Telescope (LBT), an dem das MPIA beteiligt ist.Im nächsten Schritt geht es darum, das Licht dieser Planeten spektral zu untersuchen, um z.B. die Zusammensetzung ihrer Atmosphären zu studieren. Wird man dort geeignete Bedingungen für mögliche Lebenformen finden? Bild vergrößern
Seit kurzem sind Astronomen in der Lage, Exoplaneten nicht nur mit indirekten Methoden nachzuweisen, sondern auch auf Aufnahmen direkt sichtbar zu machen - wie hier am Beispiel des Planetensystems (b, c, d, e) um den Stern HR8799 (Mitte), der mithilfe einer Maske weitgehend ausgeblendet wurde. Die Aufnahme entstand mit dem Large Binocular Telescope (LBT), an dem das MPIA beteiligt ist.
Im nächsten Schritt geht es darum, das Licht dieser Planeten spektral zu untersuchen, um z.B. die Zusammensetzung ihrer Atmosphären zu studieren. Wird man dort geeignete Bedingungen für mögliche Lebenformen finden? [weniger]

Das Studium von Vorgängen auf molekularer Ebene ist natürlich von grundsätzlicher Bedeutung für das Verständnis der Abläufe und den dafür notwendigen Bedingungen zur Bildung von Bausteinen des Lebens. Und genau hier kommen Chemie, Biologie und Astrophysik zusammen: Seit der Entdeckung des ersten Planeten um einen anderen Stern 1995 wurden bis heute Tausende solcher sogenannter Exoplaneten gefunden. Inzwischen konnten auch einige Planeten entdeckt werden, bei denen der Abstand vom Zentralstern und der vermutliche Aufbau (Gestein) Anlass gibt, von erdähnlichen Planeten zu sprechen.

„Bei solchen Exoplaneten in der sogenannten habitablen Zone könnten die geeigneten Temperaturen und Atmosphären existieren, um flüssiges Wasser zu beherbergen“, sagt Prof. Dr. Thomas Henning, Direktor der Abteilung Planeten- und Sternentstehung am MPIA. „Solche Bedingungen wären Voraussetzung für die Möglichkeit von Lebensformen – zumindest von solchen, wie wir sie bisher von der Erde her kennen“.

Doch wie die Bedingungen im Detail sein müssen, muss experimentell erforscht werden, um letztlich künftige astronomische Beobachtungen wie z.B. Spektren der Atmosphären solcher Planeten richtig einordnen zu können. Das interdisziplinäre Zusammenwirken von Experten ist somit von entscheidender Bedeutung und die Berufung von Oliver Trapp als MPG-Fellow an das MPIA ein wichtiger Schritt in die Zukunft.

Eine Zusammenarbeit in dieser Richtung besteht bereits seit einiger Zeit. So hat das Max-Planck-Institut für Astronomie zusammen mit dem Max-Planck-Institut für Kernphysik (MPIK), dem Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS) und der Universität Heidelberg im März 2015 die neue Heidelberger Initiative zur Erforschung des Ursprungs des Lebens (HIFOL) gestartet. HIFOL vereint Spitzenforscher aus der Astrophysik, den Geowissenschaften, der Chemie und den Lebenswissenschaften, um die wissenschaftliche Erforschung dieser vielleicht spannendsten Fragestellung bei der Erforschung des Universums zu fördern, zu stärken und zu bündeln. Initiiert wurde HIFOL durch Thomas Henning und Oliver Trapp, die das Netzwerk auch wissenschaftlich koordinieren.

Weitere Informationen:

Arbeitsgruppe von Prof. Oliver Trapp
Heidelberger Initiative zur Erforschung des Ursprungs des Lebens (HIFOL)
Pressemitteilung des MPIA zur Gründung von HIFOL

 
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