| Adaptive Optik Online am Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg |
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| Von Stefan Hippler und Andrei Tokovinin |
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| Atmosphärische optische Turbulenz Bildgebende Photometrie (Imaging) durch optische Turbulenz |
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| Das perfekte Teleskop | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Das Bild einer Punktquelle (Stern), das mit einem perfekten Teleskop aufgenommen wird, ist durch Beugungseffekte bestimmt und läßt sich durch die Airy Funktion (siehe Bild) mathematisch beschreiben:
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| Das Bild |
gemessene Intensitätsverteilung des Bildes |
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Frage: Wie hängt die beugungsbegrenzte Winkelauflösung von der Wellenlänge ab? |
Aufgabe: Berechne die beugungsbegrenzte Winkelauflösung des menschlichen Auges bei Tag und bei Nacht. |
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| Die Punktverteilungsfunktion (Point Spread Function, PSF) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Das bisher gesagte galt für das ideale Teleskop. Kann das Teleskop nicht im Idealzustand betrieben werden, dann ändert sich das Bild einer Punktquelle so, daß die Winkelauflösung schlechter wird als durch die Airy Funktion gegeben. Gleichung (2) gilt weiterhin allerdings mit einer anderen PSF P( Hinweis 1: Implizit wurde angenommen daß P( |
alle Hinweis 2: Es wurde angenommen, daß die PSF die gleiche Form über das gesamte Bildfeld besitzt. Dieser Zustand wird als Isoplanarität (isoplanatism) bezeichnet. Die Isoplanarität ist insbesondere bei der Benutzung einer Adaptiven Optik auf sehr kleine Bildfelder beschränkt; über größere Bildfelder gibt es eine langsame Veränderung der PSF. In diesem Fall kann Gleichung (2) über kleinere Teile des ganzen Bildfeldes angewandt werden. |
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| Kriterien zur Winkelauflösung | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Die Form einer PSF kann irregulär sein; verschiedene numerische Größen für die Winkelauflösung finden dann Anwendung:
1. FWHM = Die Breite der PSF an der Stelle wo die Intensität 50% des Maximums beträgt (Full Width at Half Maximum). 2. Die Strehl-Zahl S, das Verhältnis der maximalen/zentralen Intensität der PSF zur maximalen/zentralen Intensität der Airy Funktion; S=P(0)/P0(0). Je höher die Strehl-Zahl (maximal 1) um so besser ist die Winkelauflösung. Von beugungsbegrenzter Auflösung spricht man wenn die Strehl-Zahl S>0.8 ist. Auf dem Gebiet der adaptiven Optik wird auch bei deutlich kleineren Strehl-Zahlen von beugungsbegrenzter Auflösung gesprochen und zwar dann, wenn die FWHM der PSF gleich der FWHM der Airy Funktion ist. Dabei sitzt in der Regel ein kleiner Peak auf einem breiten Untergrund (Seeing Halo), eine Form deutlich unterschiedlich zur Airy Funktion. |
3. Im Kreis eingeschlossene Energie (encircled energy) EE. Das Integral über die PSF ist nach Definition 1. Das Integral der PSF über einen Kreis mit dem Durchmesser EED (encircled energy diameter) heißt encircled energy EE. Ist beispielsweise 50% der gesamten Energie im sichtbaren Spektralbereich eines Objekts in einem Kreis mit Durchmesser von 0.5 Bogensekunden hat man sehr gute Beobachtungsbedingungen. Die EE ist eine wichtige Kenngröße bei der Planung und Beobachtung sehr lichtschwacher Objekte, denn hier kommt es oft darauf an möglichst viele Photonen einzelne Pixel zu verteilen um ein Signal über dem Rauschen zu erhalten.
Das Beispiel einer am CFHT 3.6-m Teleskop gemessen PSF im I-Band (0.8µm) mit aktivierter Adaptiver Optik (PUEO) zeigt das nächste Bild. |
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| Frage: Wie ändert sich die Strehl-Zahl wenn die PSF im obigen Bild nur halb so breit wäre? |
Frage: Wie groß ist die Strehl-Zahl eines perfekten Teleskops bei der Wellenlänge |
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| Die optische Übertragungsfunktion (optical transfer function, OTF) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Die mathematische Beschreibung der Bildentstehung im Teleskop mit Hilfe des Integrals aus Gleichung (2) läßt sich mit Hilfe der Fouriertransformation in eine einfache Multiplikation umwandeln:
In dieser Gleichung bezeichnet OTF = MTF x eiPTF (4) mit der Phasenübertragungsfunktion PTF. Da die OTF die Intensitätsverteilung des Objekts auf die des Bildes überträgt, kann ihr Absolutbetrag nie größer als 1 sein, da keine Information aus dem Nichts heraus erzeugt werden kann. |
Typischweise fällt die MTF mit größer werdenden Raumfrequenzen. Dies führt in der Regel zu einer Abschwächung von Details oder völligem Detailverlust im Bild.
Für jedes optische System gilt Die Relation zwischen der PSF und der OTF ist durch die Fouriertransformation bestimmt. Kennt man die eine Funktion kennt man auch die andere; die Information die beide Funktionen enthalten werden eben nur unterschiedlich dargestellt. Weiterhin gilt Frage: Was ist die minimale Größe eines Teleskops um ein 10 cm großes Gitter in 5 km Abstand aufzulösen? |
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| Bildgebende Photometrie (imaging) durch optische Turbulenz bei langbelichteten Aufnahmen | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Atmosphärische optische Turbulenz lässt sich als statistische Phasenstörungen beschreiben, welche die elektromagnetischen Wellen beim Durchlaufen der Atmosphäre erfahren. Die Störungen oder Aberrationen ändern sich kontinuierlich mit der Zeit. Gleiches gilt für die PSF. Betrachtet man die mittlere PSF, die einer lang-belichteten Aufnahme entspricht, gilt der folgende Zusammenhang:
Die langbelichtete (Long Exposure) OTF, |
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| Die atmosphärische OTF ist verknüpft mit der Statistik der atmosphärischen Phasenstörungen, der so genannten Phasenstrukturfunktion
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Frage: Angenommen die Form der atmosphärischen PSF ist Gaußförmig (also sehr ähnlich dem natürlichen Seeing). Wie sieht dann die entsprechende Strukturfunktion aus?
Frage: Ist die Form der atmosphärischen PSF sensitiv in den Bereichen |
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| Die von der Atmosphäre gestörte Wellenfront kann man sich als ein unregelmäßig gewelltes/gebeultes (Berg- und Talstruktur) Blatt Papier vorstellen. Die von einem weit entfernten Objekt (Stern) ausgesandte elektromagnetische Welle ist perfekt flach bevor sie in die Erdatmosphäre eintritt. Beim Durchlaufen der Atmosphäre treffen Teile der Welle auf wärmere und andere Teile der Welle auf kältere Luft. Diese optisch dichteren (warm) und dünneren (kalt) Luftwirbel verringern bzw. vergrößern auf Grund der unterschiedlichen Brechungsindizes die Lichtgeschwindigkeit der Welle in der Atmosphäre. Das Resultat ist eine deformierte Wellenfront. Der Zweck der Adaptiven Optik besteht darin, diese Deformationen zu kompensieren. Dazu ist es wichtig die optischen Störungen statistisch zu charakterisieren.
Die Luft ist für Wellenlängen |
Wir nehmen an, dass für die hier betrachteten statistischen Störungen (Phasenstörungen, Temperaturstörungen, Druckstörungen) der jeweilige räumliche Mittelwert (durch eckige Klammern gekennzeichnet) Null ist, also z.B. für die Phasenstörungen |
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Frage: Was ist der Zusammenhang zwischen Strukturfunktion und der Kovarianzfunktion Frage: Wie hängt die atmosphärische Strukturfunktion in Gleichung (8) von der Wellenlänge ab? |
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Das Kolmogorov Modell der Turbulenz führt zu einer einfachen Relation (von Valerian Illich Tatarskii) zwischen der Phasenstrukturfunktion aus Gleichung (8) und einem einzigen Parameter, der so genannten Kohärenzlänge r0 auch Friedparameter genannt. Es gilt:
Da die Pfadlänge achromatisch ist, folgt sofort dass |
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| Wenn nicht anders angegeben, gelten r0 Werte für eine Wellenlänge von 0.5µm. Typische Werte von liegen bei 5-10 cm für Wellenlängen um 0.5 µm und bei 40-80 cm für Wellenlängen um 3 µm. Eine weitere Interpretation von r0 ist, dass damit genau der Aperturdurchmesser gegeben ist, in dem die Phasenänderungen kleiner 1 rad rms sind. Teleskope dieser Größe arbeiten in etwa beugungsbegrenzt. Das hier in aller Kürze zusammengefasste Modell ist - obwohl es sehr primitiv erscheint - die Basis für die gesamte Theorie der Bildentstehung durch atmosphärische optische Turbulenz hindurch, Adaptive Optik mit eingeschlossen. Das Kolmogorov Modell gilt nur in einem bestimmten, so genannten Intertialbereich. Dieser ist markiert durch einen kleinsten Abstand (inner scale) von wenigen Millimetern und einem größten Abstand (outer scale) von mehreren Metern. |
Frage: Was ist der mittlere Fehler (rms, root mean square) der atmosphärischen Phasendifferenz bei einem Abstand von r=r0 in Einheiten von Radian und Wellenlängen?
Frage: Wenn r0=15 cm groß ist bei einer Wellenlänge von 0.5 µm, wie groß ist dann r0 bei einer Wellenlänge von 2.2 µm ? |
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| Setzen man nun die Phasenstrukturfunktion (Gl. 9) in die atmosphärische OTF (Gl. 6) ein erhält man:
Die atmosphärische langbelichtete PSF ergibt sich dann durch eine Fouriertransformation von Gl. 10. Erhält man eine Gauß-Funktion? Weiterhin erhält man einen Zusammenhang zwischen der Halbwertsbreite (FWHM) der atmosphärischen PSF (auch als Seeing bezeichnet) und dem Friedparameter r0. FWHM = 0.98 Gut zu merken ist, dass man bei einem Seeing von 1 Bogensekunde und einer Wellenlänge von 0.5µm eine FWHM ein r0 von etwa 10 cm hat. Frage: Wie groß ist die Strehl-Zahl einer langbelichteten Punktquelle an einem 4-m Teleskop bei einem Seeing von 1 Bogensekunde bei 0.5 µm und 2.2 µm Wellenlänge? |
Der Friedparameter r0 wird manchmal als charakteristische Länge (Kohärenzlänge, coherence length) der atmosphärischen Störungen bezeichnet. Dies ist nicht ganz korrekt: man sieht, dass das Kolmogorov (Leistungs-) Spektrum nur proportional zur Raumfrequenz f-5/3 ist. Allerdings sind nur Störungen in der Größenordnung von r0 für die langbelichtete Aufnahme relevant. Auf kleineren Skalenlängen sind die Störungen wesentlich kleiner als die Wellenlänge und auf größeren Skalen wird Die Stärke der turbulenten Fluktuationen des Brechungsindex in der Atmosphäre wird durch eine Brechungsindex-Strukturkonstante
wobei z die Zenitdistanz bezeichnet, h die Höhe über dem Boden und Hmax die maximale Integrationshöhe der atmosphärischen Turbulenz (typischerweise ca. 20 km). |
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| Beispiel eines Turbulenzprofils aufgenommen auf dem Cerro Paranal in Chile. Die durchgezogene Linie zeigt Frage: Wie hängen nach Gleichung (12) r0 und das Seeing von der Zenitdistanz ab. |
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| Die atmosphärische Zeitkonstante | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Frage: Welche Werte nimmt die Zeitkonstante bei einer mittleren Windgeschwindigkeit von V=20 m/s, einem Seeing von 1 Bogensekunde, und bei einer Wellenlänge von 0.5µm und 2.2µm an? |
Optische Turbulenz lässt sich oft durch statische Phaseschirme mo-dellieren. Diese werden mit einer Windgeschwindigkeit vw über das Teleskop geschoben. Kennt man die räumlichen Eigenschaften dieser Phasenschirme (Strukturfunktion) and die Windge-schwindigkeit vw, dann kennt man auch das zeitliche Verhalten wie es vom Teleskop in einer Richtung beobachtet wird. Die atmo-sphärische Zeitkonstante ist definiert als
mit der über die Höhe gemittelten Windgeschwindigkeit V. Die Zeitkonstante legt damit auch fest, wie schnell eine Adaptive Optik mindestens sein muss. Astronomische Aufnahmen mit Belichtungszeiten kleiner als die Zeitkonstante werden als kurzbelichtete Aufnahmen bezeichnet, d.h. die zeitlichen optischen Störungen der Atmosphäre sind auf diesen Aufnahmen eingefroren (in englischer Sprache siehe auch Speckle Interferometrie und Photographie). In langbelichteten Aufnahmen werden die atmosphärischen Störungen gemittelt und für Integrationszeiten sehr viel länger als die Zeitkonstante erhält man die langbelichtete PSF. |
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| Der isoplanatische Winkel | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Die langbelichtete atmosphärische PSF ist unabhängig von der Beobachtungsrichtung (isoplanar), da die optische Turbulenz charakterisiert durch ihre Strukturfunktion statistisch an jeder Position im Feld gleich sind. Kurzbelichtete, instantane atmosphärische Phasenstörungen hängen dagegen von der Beobachtungsrichtung ab. Der Teleskopstrahl (Zylinder) verschiebt sich beispielsweise um 0.5m wenn das Teleskop 10 Bogensekunden zur Seite blickt. Die standard Definition des atmosphärischen isoplanatischen Winkels ist:
mit einer charakteristischen, mittleren Höhe H. Dabei wird das Turbulenzprofil Frage: Wie groß ist der isoplanatische Winkel bei einem Seeing von 1 Bogensekunde für Wellenlängen von 0.5µm und 2.2µm ? |
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| Der isoplanatische Winkel ist für die normale Adaptive Optik ein unüberwindbares Problem; insbesondere limitiert er die Winkeldistanz zwischen Beobachtungsobjekt und Referenzstern. Dies hat zur Folge, dass für die allermeisten Beobachtungsobjekte keine ausreichend heller Referenzstern (Leitstern) innerhalb des isoplanatischen Winkels vorhanden ist. Diese Einschränkung führte | letztlich zum Konzept der künstlichen Laserleitsterne. Alternativ dazu kann eine dreidimensionale Korrektur der Turbulenz, die so genannte Multikonjugierte Adaptive Optik (multi conjugate adaptive optics, MCAO), das korrigierbare Beobachtungsfeld über den klassischen isoplanatischen Winkel hinaus vergrößern. |
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| Zernike-Moden | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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In der Optik werden Abbildungsfehler (Aberrationen) oft als Summe spezieller Polynome, so genannter Zernike-Polynome, dargestellt. Gleiches läßt sich für die statistischen, atmosphärischen Aberrationen machen; jedoch sind jetzt die Koeffizienten der Zernike-Polynome die z.B. Defokus, Koma, Astigmatismus usw. beschreiben nun ebenfalls statistische Funktionen, die sich mit der Zeit ändern.
Zernike-Polynome Die ersten Zernike-Funktionen bzw. Zernike-Moden haben Eigennamen wie Piston, Tilt, Astigmatismus, Koma, Sphärische Aberration, Defokus (Tabelle der ersten 15 Zernike-Polynome mit Abbildungen und Formeln). Ein großer Vorteil der Zernike-Polynome ist ihre Orthogonalität. Dies bedeutet dass das Skalarprodukt (Zi,Zj) = 1 ist für i=j und 0 für alle anderen Fälle. Das Skalarprodukt ist definiert über das Integral über die gesamte Teleskopapertur:
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und für die Zernike-Koeffizienten aj gilt:
In der Regel reichen bereits wenige Zernike-Moden aus, um eine ausreichend gute Repräsentation der atmosphärischen Aberrationen zu erhalten. Korrigiert man diese, einige 10 bis einige 100 Moden mit Hilfe der Adaptiven Optik, erhält man nahezu beugungsbegrenzte Abbildungen. Der erste Zernike-Mode, Piston, entspricht einer konstanten Phase, welche die Bildqualität nicht beeinflusst; daher wird dieser Mode in der Adaptiven Optik zumeist ignoriert. Er spielt allerdings eine zentrale Rolle in der Interferometrie - auch mit Adaptiver Optik. Frage: Ein 4-m Teleskop mit einem Öffnungsverhältnis von f/15, ist um 1 mm defokussiert. Wie groß ist der Zernike-Koeffizient a4? Frage: Angenommen die atmosphärischen Aberratinen bestehen ausschliesslich aus Tip und Tilt mit jeweils gleicher Stärke Die Orthogonalität und auch Orthonormalität der Zernike-Moden erlaubt es die Phasenvarianz über die Pupille zu berechnen. Für einen Mode ist die Phasenvarianz |
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| Statistik atmosphärischer Zernike Moden | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Die statistischen Eigenschaften der Zernike-Koeffizienten aj wurden von Robert J. Noll 1976 für Kolmogorov-Turbulenz berechnet. Normiert man die Kovarianzen <aiaj> mit dem Faktor (D/r0)5/3
erhält man nach Wang und Markey (1978), die einen kleinen Fehler in der Berechnung von Noll korrigierten, folgende Kovarianz-Matrix für die Koeffizienten cij der ersten 11 Zernike-Moden ohne Piston (i,j=1):
Die Noll Matrix ist keine reine Diagonalmatrix. Das bedeutet, dass redundante Information vorhanden ist und die Zernike-Moden nicht hundertprozentig orthogonal sind. Der Piston Anteil fehlt, da er für Kolmogorov Turbulenz unendlich groß ist. Wie schon vorher gesagt, spielt Piston für die Abbildungsqualität keine Rolle. Frage: Für ein 4-m Teleskop und unter 1 Bogensekunde Seeing berechne man die rms Amplitude des Tilt-Terms in Einheiten von Radian für eine Wellenlänge von 0.5µm. Wievielen Bogensekunden entspricht dies am Himmel, d.h. um wieviele Bogensekunden scheint sich ein Stern hin- und herzubewegen? Ist diese Bewegung (Tilt) abhängig von der Wellenlänge? Was passiert wenn die Adaptive Optik nur die ersten j Moden korrigiert? The korrigierten Moden/Koeffizienten werden 0 und die gesamte Varianz der Phase wird kleiner (besser). Bezeichnet
wenn die ersten J Zernike-Moden korrigiert werden.
Wieviele Moden muss man korrigieren? Ein Kriterium um in etwa die Beugungsgrenze zu erreichen ist die Forderung, dass die korrigerte Phasenvarianz kleiner als 1 Quadratradian sein soll. Mit den bisher angegebenen Formeln kann diese Zahl, eine Funktion von Teleskop-durchmesser, Seeing und Wellenlänge berechnet werden. Mit der Forderung
Frage: Wieviele Zernike-Moden müssen an einem 4-m Teleskop korrigiert werden, um bei einer Beobachtung bei einer Wellenlänge von a) 0.5µm und b) 2.2µm und einem Seeing von 1 Bogensekunde, beugungsbegrenzte Bilder zu erhalten? Ist es nötig atmosphärische optische Turbulenz mit Zernike-Moden zu korrigieren? Die Antwort ist nein. Phasenstörungen können auch mit einer anderen Funktionsbasis bestimmt und korrigiert werden, oder auch ganz ohne eine Modenzerlegung (lokale Wellenfrontkontrolle). Es zeigt sich aber, dass Zernike-Moden sehr gut geeignet sind atmosphärische Turbulenz zu korrigieren. Ein Modensatz basierend auf so genannten Karhunen-Loève Funktionen zeigt noch ein etwas besseres Verhalten hinsichtlich der Korrektur atmosphärischer optischer Turbulenz. Welche Auswahl letztlich getroffen wird hängt von der Anzahl zu kontrollierenden Parameter (Moden) ab um ein bestimmte Korrekturqualität zu erzielen; für Zernike-Moden ist diese Anzahl kleiner als beispielsweise für eine lokale WellenfrontKorrektur. Zusammenfassung. In diesem Kapitel wurden einige fundamentale Zusammenhänge der Bildentstehung in einem idealen und in einem aberrierten Teleskop beschrieben (PSF, OTF, Beugungsgrenze, Strehl-Zahl, etc.). Die wichtigsten atmosphärischen Parameter in Bezug auf die Adaptive Optik (Phasenstrukturfunktion, Seeing, Zeitkonstante, isoplanatischer Winkel, etc.) wurden erklärt. Die Entwicklung statistischer Phasenstörungen mit Hilfe von Zernike-Polynomen wurde skizziert. Als letztes Ergebnis kann jetzt die Anzahl der Moden bestimmt werden um eine vorgegebene Bildqualität zu erhalten. |
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