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Maria Bergemann
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Klaus Jäger
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Maria Bergemann mit ERC Starting Grant im Umfang von 1,3 Mio. Euro ausgezeichnet

3. September 2020

Maria Bergemann, Wissenschaftlerin in der Abteilung "Galaxien und Kosmologie" des MPIA, ist mit einem ERC Starting Grant im Umfang von 1,37 Mio EURO ausgezeichnet worden. Mit dem Grant werden zwei Postdocs und zwei Doktoranden über die nächsten 5 Jahre gefördert. Hauptziel des Projekts ist es, den kosmischen Ursprung von Elementen, die schwerer als Eisen sind, sowie die Rolle extremer Objekte bei der Entwicklung unseres Milchstraßensystems zu verstehen. Beobachtungen mit dem Instrument  4MOST (www.4most.eu), an dem das MPIA beteiligt ist, werden in dem Projekt eine besondere Rolle spielen.

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Maria Bergemann

Dieses Jahr markiert das 150-jährige Jubiläum des Periodensystems. Mendelejews Ordnung der Elemente nach ihren grundlegenden Eigenschaften ist eine wichtige Basis der modernen Wissenschaft und Technik. Doch trotz seiner fundamentalen Bedeutung ist der kosmische Ursprung eines großen Teils des Periodensystems immer noch nicht verstanden. Dies ist eines der wichtigsten ungelösten Probleme der Physik.

Extreme astrophysikalische Objekte, Verschmelzungen von Neutronensternen und Schwarzen Löchern, haben in jüngster Zeit eine zentrale Rolle dieser Debatte eingenommen. Der Nachweis dieser kompakten Verschmelzungen mit Gravitationswellendetektoren und ihren Gegenstücken als Kilonovae im Bereich der elektromagnetischen Strahlung bestätigte erneut ihre Bedeutung für die chemische Entwicklung von Galaxien wie unserem Milchstraßensystem.

Es gibt jedoch auch andere überzeugende Szenarien, wie z.B. schnell rotierende und stark magnetisierte Neutronensterne und Winde von Supernovae (Sternexplosionen) oder die Produktion schwerer Elemente z.B. in massereichen Sternen. Alle diese Vorgänge werden als plausible Kandidaten für die Erzeugung des dominanten - etwas mehr als zwei Drittel umfassenden - Anteils des Periodensystems jenseits von Eisen heiß diskutiert.

Unsere Milchstraßengalaxie dient als idealer Prüfstand für diese Theorien.

"Mein ERC-Projekt ELEMENTS wird detaillierte Häufigkeiten von Elementen liefern, die alle wichtigen Prozesse der Nukleosynthese für über 300.000 Sterne in unserer Galaxis repräsentieren. Wir werden auch den Einfluss der dreidimensionalen Konvektion quantifizieren, da massearme Sterne konvektive Hüllen haben, die einen starken Einfluss auf die thermodynamische Struktur von Sternatmosphären besitzen. Unsere detaillierten chemischen Anreicherungskarten und ihre Trends mit Alter, Metallizität und Ort werden es uns ermöglichen, die Parameter der nuklearen Produktionsstätten einzuschränken, den Parameterraum der Sterne, die die erforderlichen Prozesse beherbergen können, zu begrenzen und die Rolle von Extremereignissen in der Entwicklung der Galaxis zu testen.

Maria Bergemann studierte Physik an der Staatlichen Universität Kasan (Russland), arbeitete aber viele Jahre parallel dazu in der Geophysik. Nach ihrem Abschluss an der KSU wurde ihr eine Doktorandenstelle in Geophysik an der Cornell University angeboten, doch sie entschied sich für eine Promotionsarbeit in Astronomie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Seitdem führte sie ihr beruflicher Weg an verschiedene Orte in ganz Europa, von München über Cambridge bis zum MPIA in Heidelberg, wo sie die unabhängige Lise Meitner-Forschungsgruppe "Stellarspektroskopie und Sternpopulationen" in der Abteilung "Galaxien und Kosmologie" von Hans-Walter Rix leitet.

Der Europäische Forschungsrat stellt im Rahmen der ERC-Frontier Research Grants verschiedene Förderprogramme zur Verfügung. Erfolgreiche Grant-Anträge müssen den bahnbrechenden Charakter und den Ehrgeiz der Projekte sowie die Exzellenz der Forscherinnen und Forscher unter Beweis stellen.

Pressemitteilung des European Research Council:
https://erc.europa.eu/news/StG-recipients-2020

MB/KJ

 
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