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Auf dem Weg zu einem neuen Verständnis des Kosmos - Erste Beobachtungen im Rahmen des Sloan Digital Sky Survey V

2. November 2020

Für die fünfte Generation des Sloan Digital Sky Survey (SDSS-V) wurden am 24. Oktober 2020 die allerersten Beobachtungen des Kosmos durchgeführt. Die bahnbrechende Durchmusterung des gesamten Himmels wird unser Verständnis der Entstehung und Entwicklung von Galaxien - einschließlich unserer eigenen Heimatgalaxie, der Milchstraße – weiter verbessern. Das MPIA ist ein wichtiger Partner innerhalb dieser herausragenden internationalen Zusammenarbeit.

Dieses Bild zeigt eine Stichprobe aus den ersten SDSS-V Daten. Das mittlere Bild zeigt ein einzelnes Feld von SDSS-V Beobachtungen. Der violette Kreis markiert das Gesichtsfeld des Teleskops mit dem Vollmond als Größenvergleich. SDSS-V beobachtet gleichzeitig 500 Objekte innerhalb des Gesichtsfeldes.Links ist das optische Lichtspektrum eines Quasars - ein supermassereichen Schwarzes Lochs im Zentrum einer entfernten Galaxie - gezeigt, das von einer Scheibe aus heißem, glühendem Gas umgeben ist. Der violette Fleck ist ein SDSS-Bild des Lichts dieser Quelle, das hier etwa in der Größe von einer Bogensekunde am Himmel erscheint - dies entspricht der Breite eines menschlichen Haares gesehen aus etwa 21 Metern Entfernung. Rechts sieht man das Bild und das Spektrum eines Weißen Zwergs -- dem Kern eines massearmen sonnenähnlichen Sterns am Ende seines Lebens. Bild vergrößern
Dieses Bild zeigt eine Stichprobe aus den ersten SDSS-V Daten. Das mittlere Bild zeigt ein einzelnes Feld von SDSS-V Beobachtungen. Der violette Kreis markiert das Gesichtsfeld des Teleskops mit dem Vollmond als Größenvergleich. SDSS-V beobachtet gleichzeitig 500 Objekte innerhalb des Gesichtsfeldes.
Links ist das optische Lichtspektrum eines Quasars - ein supermassereichen Schwarzes Lochs im Zentrum einer entfernten Galaxie - gezeigt, das von einer Scheibe aus heißem, glühendem Gas umgeben ist. Der violette Fleck ist ein SDSS-Bild des Lichts dieser Quelle, das hier etwa in der Größe von einer Bogensekunde am Himmel erscheint - dies entspricht der Breite eines menschlichen Haares gesehen aus etwa 21 Metern Entfernung. Rechts sieht man das Bild und das Spektrum eines Weißen Zwergs -- dem Kern eines massearmen sonnenähnlichen Sterns am Ende seines Lebens. [weniger]

Der nun gestartete SDSS-V wird die bahnbrechende Tradition der vorherigen Generationen des Projekts fortsetzen. Dabei liegt der Schwerpunkt auf dem sich ständig verändernden Nachthimmel und den physikalischen Prozessen, die in den Objekten stattfinden. Ziel der SDSS-V – Durchmusterung ist, eine Vielzahl von variablen Objekten zu untersuchen. Dies reicht vom Flackern supermassereicher Schwarzer Löcher bis hin zu den periodischen Bewegungen von Sternen, die von den sie umkreisenden Planeten verursacht werden.

"In einem Jahr, in dem die Menschheit auf der ganzen Welt herausgefordert wurde, bin ich sehr stolz auf das weltweite SDSS-Team, das jeden Tag das Beste der menschlichen Kreativität, des Einfallsreichtums, der Improvisation und der Widerstandsfähigkeit demonstriert hat. Es war eine herausfordernde Zeitspanne für das Team, aber ich freue mich sagen zu können, dass die Pandemie uns vielleicht verlangsamt hat, aber sie hat uns nicht aufgehalten", sagte die SDSS-V Direktorin, Juna Kollmeier.

Finanziert in erster Linie von den Mitgliedsinstitutionen, zusammen mit Zuschüssen von der Alfred P. Sloan Foundation, der U.S. National Science Foundation und der Heising-Simons Foundation, wird sich SDSS-V auf drei primäre Forschungsbereiche konzentrieren, von denen jeder unterschiedliche Aspekte des Kosmos mit verschiedenen spektroskopischen Werkzeugen erforscht. Zusammen werden diese drei Projektsäulen – auch "Mapper" bzw. Kartographen genannt - mehr als sechs Millionen Objekte am Himmel beobachten und Veränderungen in mehr als einer Million dieser Objekte über die Zeit hinweg erforschen.

Der "Local Volume Mapper" wird unser Verständnis der Galaxienentstehung und -entwicklung verbessern, indem er die Wechselwirkungen zwischen den Sternen, aus denen Galaxien bestehen, und dem interstellaren Gas und Staub erforscht. Mit dem „Milky Way Mapper“ wird die Physik der Sterne in unserem Milchstraßensystem, die verschiedenen Formen der Stern- und Planetensysteme und die chemische Anreicherung unserer Heimatgalaxie seit dem frühen Universum untersucht werden. Der „Black Hole Mapper“ wird dagegen die Massen und das Wachstum der supermassereichen Schwarzen Löcher, die sich in den Zentren der Galaxien befinden, messen.  Auch die kleineren Schwarzen Löcher, die beim Sterben massereicher Sterne übrig bleiben, werden untersucht.

"Wir sind begeistert, mit der Aufnahme der ersten Daten für zwei unserer drei Mapper zu beginnen", fügte die SDSS-V Sprecherin Gail Zasowski von der Universität Utah hinzu."Diese frühen Beobachtungen sind bereits wichtig für ein breites Spektrum von wissenschaftlichen Zielen. Sie reichen von der Kartierung der inneren Regionen supermassereicher Schwarzer Löcher und der Suche nach exotischen Systemen mit mehreren Schwarzen Löchern, über die Untersuchung naher Sterne und ihrer toten Kerne bis hin zur Verfolgung der Chemie von Sternen unserer Milchstraße, die Planeten besitzen könnten."

"Zusätzlich zu dem wissenschaftlichen Potenzial ist das vielleicht Innovativste am SDSS-V, dass damit zum ersten Mal eine globale spektrale Untersuchung von Objekten des gesamten Himmels ermöglicht wird", sagte MPIA - Direktor Hans-Walter Rix, der auch der Projektwissenschaftler der SDSS-V Organisation ist. Die Spektroskopie wird verwendet, um das Licht von Himmelsobjekten in seine Bestandteile zu zerlegen. Dadurch kann eine Vielzahl physikalischer Eigenschaften der Objekte im Detail untersucht werden.

SDSS-V wird sowohl vom Apache Point Observatory in New Mexico aus operieren, wo sich das ursprüngliche 2,5-Meter-Teleskop der Durchmusterung befindet, als auch vom Carnegie Las Campanas Observatorium in Chile, wo das 2,5-Meter du Pont Teleskop verwendet wird.

Die ersten Beobachtungen des SDSS-V wurden in New Mexico - in Abänderung der ursprünglichen Pläne aufgrund der Pandemie - zunächst mit den bestehenden SDSS Instrumenten durchgeführt. Doch Dank der Wiedereröffnung von Laboren und Werkstätten auf der ganzen Welt rückt der Einsatz neuer innovativer Hardware immer näher. Es handelt sich hierbei insbesondere um Systeme automatisierter Roboter, um die Glasfaserkabel auszurichten, die verwendet werden, um das Licht vom Nachthimmel zu sammeln. Diese werden im Laufe des nächsten Jahres in beiden Observatorien installiert werden. Neue Spektrographen und Teleskope werden ebenfalls gebaut.

Link zur Original-Pressemitteilung (Carnegie Institution for Science/www.sdss5.org)

Hier finden Sie Details zur SDSS-Collaboration und wichtigen Personen.

Weitere Details finden Sie auch hier in einer früheren Mitteilung des MPIA zum SDSS-V-Projekt.

English version

KJ (basierend auf der originalen Meldung)

 
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