Profil des MPIA Heidelberg
Max-Planck-Institut für Astronomie


Das MPI für Astronomie
Das Large Binocular Telescope (LBT)
Das Very Large Telescope (VLT)
Instrumentenbau auf dem Königstuhl
Extraterrestrische Forschung
Astronomie und Astrophysik
Sterne und Planeten
Galaxien und Kosmologie
Das Calar-Alto-Observatorium
Netzwerke der Forschung
Ausbildung – Öffentlichkeit – Schule

Text: Jakob Staude und Klaus Jäger


Das MPI für Astronomie

Luftbild des MPIA auf dem Königstuhl Das Max-Planck-Institut für Astronomie auf dem Königstuhl bei Heidelberg. In der Mitte des Bilds ist das neu eröffnete Haus der Astronomie zu sehen. Es hat die Form einer Spiralgalaxie.
Bild: Google Earth

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Das Max-Planck-Institut für Astronomie (MPIA) in Heidelberg ist eines von rund 80 Instituten der Max-Planck-Gesellschaft. Seine Gründung im Jahre 1967 ging aus der Einsicht hervor, dass ein überregionales, mit leistungsfähigen Teleskopen ausgestattetes Institut erforderlich sei, um international konkurrenzfähige astronomische Forschung betreiben zu können. Zusammen mit dem Zentrum für Astronomie der Universität und der Abteilung Astro- und Teilchenphysik des MPI für Kernphysik bildet es in Heidelberg einen weltweit beachteten Schwerpunkt der astronomischen Forschung.

Zur Erforschung aktueller astronomischer Fragen widmet sich das 1975 fertiggestellte Institut der Durchführung und Auswertung von Beobachtungsprogrammen, sowie der Entwicklung neuer Instrumente und Messverfahren. Gemeinsam mit spanischen Stellen betrieb man in den Jahren 1973 bis 1984 den Aufbau des Deutsch-Spanischen Astronomischen Zentrums auf dem Calar Alto bei Almeria (Andalusien). Dieses größte Observatorium auf dem europäischen Festland wird heute von den Astronomen beider Länder paritätisch genutzt.

Heute betreibt das MPIA zusammen mit Partnern aus Deutschland, Italien und den USA den weiteren Ausbau des bereits in Betrieb befindlichen Large Binocular Telescope (LBT) und dessen Ausstattung mit Messinstrumenten. Das LBT steht auf dem 3190 Meter hohen Mount Graham bei Tucson, Arizona; es trägt auf seiner Montierung zwei Hauptspiegel mit je 8,4 Metern Durchmesser und ist damit das größte Einzelteleskop der Welt. Weiterhin ist das MPIA an der instrumentellen Ausrüstung und an der Nutzung des von ESO (European Southern Observatories) betriebenen Very Large Telescope (VLT) und des Very Large Telescope Interferometer (VLTI) auf dem Cerro Paranal in Chile maßgeblich beteiligt.

Das MPIA engagiert sich auch auf dem Gebiet der Weltraumforschung mit Hilfe von Satelliten und Raumsonden. Während mit dem 2003 gestarteten amerikanischen Weltraumteleskop SPITZER noch eifrig beobachtet wird und 2009 die aktive Phase des europäischen Weltraumteleskops HERSCHEL mit Beteiligung des Instituts anlief, entstehen am MPIA Messinstrumente für das James Webb Space Telescope, den Nachfolger des von uns ebenfalls intensiv genutzten Weltraumteleskops Hubble.

Neben Planung und Bau der Messinstrumente für die großen Observatorien am Boden und im Weltraum liegt der Schwerpunkt bei unserer eigenständigen Forschung; dabei ist das enge Zusammenwirken von Wissenschaftlern und Technikern ein typisches Merkmal unserer Arbeit, denn die Behandlung neuer astronomischer Fragen erfordert auch das Meistern neuer technischer Herausforderungen.

Zwei wissenschaftliche Fragestellungen werden am MPIA vorrangig behandelt. Einmal geht es um die Entstehung und Entwicklung von Sternen und Planeten in unserer kosmischen Nachbarschaft. Dabei schwingt die Frage mit: Ist die Sonne mit ihrem belebten Planeten Erde einmalig, oder herrschen auch in der Umgebung anderer Sterne, zumindest der zahlreichen sonnenähnlichen unter ihnen, lebensfreundliche Bedingungen? Zum anderen geht es im Bereich Galaxien und Kosmologie um das Verständnis der Entwicklung des heutigen, reich strukturierten Universums mit seinen Galaxien, Sternen und Planeten, und um seine Entstehung aus dem einfachen Anfangszustand nach dem Urknall.

Zur Analyse des empfangenen Lichts werden Messmethoden der digitalen Fotografie, Fotometrie und Spektroskopie im Sichtbaren und im Infraroten angewandt und weiter entwickelt. Auch in anderen Spektralbereichen, wie dem Submillimeterbereich wird beobachtet. Theoretische Untersuchungen begleiten die Beobachtungen mit numerischen Simulationen, und an der Universität Jena betreibt das MPIA eine Arbeitsgruppe »Laborastrophysik«.

Das MPIA steht in enger Verbindung zur Universität Heidelberg, der mehrere Mitarbeiter als Professoren angehören. Studenten der Fakultät für Physik und Astronomie führen am MPIA Praktika und Examensarbeiten für Bachelor-, Master- und Doktorprüfungen durch. Die Forschungsergebnisse werden laufend in internationalen Fachzeitschriten publiziert. Das MPIA hat rund 290 Mitarbeiter, ¾ davon im wissenschaftlich-technischen Bereich, sowie zahlreiche Nachwuchs- und Gastwissenschaftler aus dem In- und Ausland.




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Verantwortlich: Markus Pössel
Letzte Änderung: 14. August 2012