Studium der Astronomie

 

Studium der Astronomie und Astrophysik


Warum Astrophysik?
Die Astrophysik ist ein wichtiges Teilgebiet der modernen Physik. Im Kosmos können Vorgänge studiert werden, die sich im Labor nicht herstellen lassen: die höchsten Temperaturen, das beste Vakuum, die größten Dichten, die stärksten Gravitationsfelder...

Wichtige Fragen der heutigen Astrophysik sind:

  • Expandiert das Weltall für immer?
  • Woraus besteht die Dunkle Materie?
  • Wie sind Galaxien aus dem Feuerball des Urknalls entstanden?
  • Wie entwickeln sich die Quasare?
  • Wie funktionieren die schwarzen Löcher in den Zentren der Galaxien?
  • Wie entstehen Sterne?
  • Welche Eigenschaften haben Planeten um andere Sterne?

In der astronomischen Forschung werden eine Vielzahl von Weltraum- und erdgebundenen Teleskopen eingesetzt, darunter die größten optischen Teleskope mit Durchmessern von 8 bis 10 m. Diese Großteleskope sind mit höchstempfindlichen Sensoren für den optischen und den infraroten Spektralbereich ausgerüstet, letztere bis fast zum absoluten Temperatur-Nullpunkt gekühlt. Leistungsfähige Rechner verarbeiten die aus dem Kosmos erhaltenen Informationen zu Bildern und Spektren. Diese Ergebnisse können mit aufwendigen Simulationsrechnungen der Theoretiker verglichen werden. Das MPIA ist bei der Entwicklung und Nutzung der modernsten astronomischen Instrumente für verschiedene Großteleskope (VLT, LBT) im internationalen Rahmen umfassend beteiligt.

Astrophysikerinnen und Astrophysiker haben nach der Promotion weltweit gute Chancen, weiter in der Forschung arbeiten zu können. Auch wer nach seiner Ausbildung in der Astrophysik das Feld wechseln möchte, ist hervorragend qualifiziert für Arbeiten in anderen Gebieten der Forschung und Lehre, in der Industrie und in der Datenverarbeitung.

 

Warum Heidelberg?
Neben dem Max-Planck-Institut für Astronomie (MPIA) als größter Forschungsstätte gibt es in Heidelberg die Landessternwarte, das Institut für Theoretische Physik der Universität, das Astronomische Recheninstitut und die Abteilung Kosmophysik des Max-Planck-Instituts für Kernphysik. Damit ist Heidelberg eines der führenden Zentren der Astronomie in Deutschland und Europa. Vierzig Professoren und Privatdozenten bieten ein umfassendes Lehrangebot der modernen Astrophysik und Astronomie. Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler aus aller Welt arbeiten monatelang in Heidelberg, oft auch mit Studentinnen und Studenten am MPIA. Viele Kolloquien und Seminare mit diesen internationalen Gästen bereichern ständig das Wissensangebot.

 

Diplom- und Doktorarbeiten
Diplom- und Doktorarbeiten können am MPIA durchgeführt werden. Die Themen reichen von der Entwicklung moderner astronomischer Instrumente für bodengebundene und satellitengestützte Teleskope über Durchführung und Auswertung astronomischer Beobachtungen bis zur theoretischen Behandlung der Planeten- und Galaxienentwicklung mit Simulationen an großen Rechnern. Schwerpunkte sind ferner die Erforschung junger Sternentstehungsgebiete, die Suche nach Planetensystemen, braunen Zwergen, Zwerggalaxien und den jüngsten Galaxien im Universum, Gravitationslinsen und Galaxiendynamik. Dazu werden oft eigene Beobachtungen an den Teleskopen des Calar Alto in Spanien oder in Chile oder Hawaii durchgeführt. Studentinnen und Studenten nehmen während ihrer Doktorarbeiten im Allgemeinen an nationalen und internationalen Tagungen teil.

Betreut werden diese Arbeiten von Professoren, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des MPIA, von denen die meisten gleichzeitig zum Lehrkörper der Universität gehören:

Priv. Doz. A. Burkert (Theorie)
Prof. J. Fried (Galaxien)
Dr. E.K. Grebel (Stellare Populationen, Zwerggalaxien)
Dr. T. Herbst (Infrarot-Instrumentierung, junge Sterne)
Dr. S. Hippler (Adaptive Optik, Laserleitsterne, Untersuchungen der Erdatmosphäre)
Prof. Ch. Leinert (Sternentstehung, Interferometrie)
Prof. D. Lemke (Infrarotastronomie, Satelliten-Teleskope)
Dr. R. Lenzen (Infrarot-Instrumentierung, VLT)
Priv. Doz. K. Meisenheimer (Urgalaxien, frühes Universum)
Prof. R. Mundt (Sternentstehung, Braune Zwerge)
Prof. H.-W. Rix (Galaxiendynamik, Gravitationslinsen, Quasare)
Priv. Doz. H.J. Röser (Quasare, Radiogalaxien, Galaxienhaufen)
Die Abschluß-Examen und Vergabe der akademischen Grade (Physik-Diplom bzw. Promotion) erfolgen an der Universität. Eine Diplomarbeit muß in 12 Monaten, eine Doktorarbeit soll in 2.5 Jahren fertiggestellt werden.

 

Bewerbung
Wenn Sie eine Diplom- oder Doktorarbeit am MPIA machen möchten, wenden Sie sich bitte an ein Mitglied des Studentenkomitees:

Priv. Doz. K. Meisenheimer ( Tel.: 06221-528-206, meisenheimer@mpia-hd.mpg.de), Hauptkontaktperson
Dr.E.K. Grebel ( Tel.: 06221-528-225, grebel@mpia-hd.mpg.de)
Prof. R. Mundt ( Tel.: 06221-528-227, mundt@mpia-hd.mpg.de)
Bei einem zu verabredenden Besuch am MPIA werden die Voraussetzungen und Neigungen der Bewerberinnen und Bewerber geklärt, die anschließend die möglichen Betreuerinnen und Betreuer der Arbeit im Institut treffen können. Dabei sind Gespräche mit einigen der derzeit etwa 30 hier arbeitenden Studentinnen und Studenten möglich. Voraussetzung für die Promotion ist im allgemeinen ein Diplom in Physik. Auch "Seiten-Einsteiger" (Dipl.-Ingenieure, Informatiker, ...) können unter im Einzelfall mit der Universität abzuklärenden Auflagen in Astronomie promovieren.

Das MPIA strebt eine Erhöhung des Frauenanteils an. Studentinnen werden deshalb ausdrücklich gebeten, sich zu bewerben.

 

Studentische Aktivitäten am MPIA
Neben der Forschungsarbeit bietet das MPIA Studentinnen und Studenten weitere Fortbildungs- und Erholungsmöglichkeiten. Im Journal Club, einer Studenteninitiave, kann das Halten von Vorträgen geübt, im Hauskolloquium auf Wunsch eigene Ergebnisse vorgetragen werden. Der tägliche Drei-Uhr-Kaffee bietet weitere Möglichkeiten für formlosen wissenschaftlichen Austausch. Für die am Institut herausgegebene populärwissenschaftliche Zeitschrift "Sterne und Weltraum" können Studentinnen und Studenten auf Wunsch eigene Beiträge zu aktuellen Forschungsthemen schreiben. Das gut ausgestattete 70cm-Teleskop auf dem Institutsgelände bietet Beobachtungsmöglichkeiten nach Wunsch und erlaubt die Vorbereitung auf die größeren Fernrohre.
Der Instituts-Sportplatz wird vielfältig genutzt.

Für weitere Informationen verweisen wir auf die Webseiten der Studentinnen und Studenten.


Verantwortlich : Eva Grebel
Letzte Änderung: 19. April 2001