Max-Planck-Institut für Astronomie
Large Binocular Telescope (LBT)
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Einleitung

Konzept   •   Schutzbau



»Das Large Binocular Telescope (LBT) eröffnet uns völlig neue Möglichkeiten für die Erforschung von Planeten außerhalb des Sonnensystems oder zur Untersuchung der fernsten und damit jüngsten Galaxien« sind sich Thomas Henning, Direktor am MPIA, und Tom Herbst, LBT Projektwissenschaftler im deutschen Konsortium, einig.

Das LBT, ein wissenschaftliche Großprojekt mit organisationsübergreifender internationaler Zusammenarbeit, wurde am 15. Oktober 2004 auf dem Mt. Graham in Arizona eingeweiht. Mit dem 'First Light' wurde im Oktober 2005 ein sehr wichtiger Meilenstein erreicht. Die Aufnahme der 24 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie NGC 891 mit der im Primärfokus des ersten der beiden Hauptspiegel installierten Large Binocular Camera (LBC) deutet auf eindrucksvolle Weise an, welches enorme Potential in diesem Teleskop steckt. Nach der Übergabe der ersten der beiden Primärfokuskameras LBC blue im Dezember 2006 wurden in der Zeit vom Januar bis Juni 2007 wissenschaftlichen Daten in der »Science Demonstration Time (SDT)« genommen. Zielsetzung der SDT war es, das wissenschaftliche Potential des Teleskops unter Beweis zu stellen. Am MPIA werden derzeit 5 Veröffentlichungen mit den Ergebnissen vorbereitet, insgesamt wird derzeit eine vielfach höhere Zahl an Veröffentlichungen mit den ersten Beobachtungsergebnissen vorbereitet. Der Inhalt der ersten wissenschaftlichen Veröffentlichung ist in einer ausführlichen Pressemitteilung dargestellt.

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Das LBT wird in internationaler Zusammenarbeit betrieben, mit Konsortialpartnern aus den Vereinigten Staaten, Italien und Deutschland. Das Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg ist federführend bei den deutschen Partnern. Zu den weiteren beteiligten deutschen Instituten gehören das Max-Planck-Institut für Extraterrestrische Physik (Garching), das Max-Planck-Institut für Radioastronomie (Bonn), die Landessternwarte Heidelberg (LSW), sowie das Astrophysikalische Institut Potsdam.

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Konzept

Das LBT erreicht die Lichtsammelstärke eines 12 m Teleskops, sowie bei kohärenter Lichtzusammenführung die räumliche Auflösung eines 23 m Teleskops. Die Kosten für das gesamte Teleskop betragen dabei nur etwa 100 Millionen Euro und liegen sogar unter den Kosten eines Teleskops der 8-10 m-Klasse. Das innovative und zum Teil revolutionäre Konzept des LBT ist der Hauptgrund dafür, daß eine Kostenexplosion vermieden werden konnte.

Funktionsprinzip des LBT   Das LBT besteht aus zwei 8.4 m Bor-Silikat-Spiegeln, die auf einer gemeinsamen Montierung sitzen. Die beiden Hauptspiegel wurden im sogenannten 'spin-casting' hergestellt, einer Technik, die am Steward Observatory Mirror Lab (SOML) entwickelt wurde. Die Hauptspiegel sind nicht massiv, sondern besitzen einen honigwabenartigen Aufbau. Dies führt zu einem äußert geringen Gewicht von nur 16 Tonnen sowie einer hohen Steifigkeit der Spiegel. Diese Eigenschaften, sowie das Öffnungsverhältnis von f/1.14, erlauben eine kompakte Teleskopstruktur und somit auch ein kostengünstiges Teleskopgebäude. Das Teleskop ist 24 m breit, 15 m tief und 21 m hoch und besitzt dennoch nur ein Gesamtgewicht von 600 Tonnen, was dem Gewicht eines parallaktisch montierten Teleskops der älteren 4 m-Klasse entspricht.

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Schutzbau auf dem Mount Graham

Modell des LBT   Das LBT wurde in einer Höhe von 30 Metern über der Erde auf einem massiven Zementsockel aufgebaut. Diese Höhe ist notwendig, um über die erdnahen Turbulenzschichten und die Baumwipfel in der Umgebung hinauszukommen. Eine großes rechteckiges Teleskopgebäude schützt das LBT vor Wind und Wetter. Gelegentliche Stürme auf dem 3200 m hohen Gipfel können sehr heftig sein, und die Kuppel muß anhaltenden Winden von über 200 km/h standhalten.

Das Observatorium beansprucht äußerst wenig Gelände, um ökologischen Gesichtspunkten auf dem Mount Graham Rechnung zu tragen. Das Teleskop und die dazugehörigen Gebäude sind auf einem Gelände von weniger als 70 Metern x 70 Metern untergebracht. Die ständige Überwachung durch das Observatoriumspersonal und die Forstbeamten ist notwendig, damit der Betrieb des Observatoriums nur minimale Auswirkungen auf die Umwelt hat.
 
Geländeübersicht

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Verantwortlich / Responsible: Roland Gredel & Johannes Schmidt
Letzte Änderung / Last updated: 1. Februar 2008