Thomas Henning erhält die Karl-Schwarzschild-Medaille

30. August 2023

Prof. Dr. Thomas Henning, Direktor der Abteilung Planeten- und Sternentstehung (PSF) am Max-Planck-Institut für Astronomie (MPIA) in Heidelberg erhält die renommierte Karl-Schwarzschild-Medaille der Astronomischen Gesellschaft (AG). Die hochrangige Auszeichnung wird ihm am 12. September 2023 im Rahmen der Jahrestagung der Astronomischen Gesellschaft in Berlin verliehen.
 

Die Karl-Schwarzschild-Medaille der Astronomischen Gesellschaft gilt als eine der höchsten Auszeichnungen für Astronomie in Deutschland. Sie ist nach dem berühmten Astronomen Karl Schwarzschild (1873-1916) benannt, der zu den Pionieren der modernen Astrophysik zählt. 
Mit der Karl-Schwarzschild-Medaille ehrt die AG seit 1959 hochrangige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland, welche die Forschung in der Astronomie und Astrophysik nachhaltig bereichert und beeinflusst haben. Die Liste der Preisträgerinnen und Preisträger enthält so prominente Namen wie Maarten Schmidt, Jan Oort, Martin Rees, Fred Hoyle, oder Jocelyn Bell Burnell.

In der heute erschienenen Pressemitteilung und Würdigung der Astronomischen Gesellschaft heißt es:

Professor Thomas Henning, Direktor am Max-Planck-Institut für Astronomie (MPIA) Heidelberg erhält die höchste Auszeichnung der Astronomischen Gesellschaft, die Karl-Schwarzschild-Medaille, für seine herausragenden Beiträge auf dem Gebiet der Stern- und Planetenentstehung. Sein breit aufgestelltes Forschungsprofil spiegelt sich in theoretischen Arbeiten, Laborexperimenten, Beobachtungen und zahlreichen Kollaborationen. Untersuchungen zur Staubentwicklung im interstellaren Medium und planetenbildenden Scheiben kombinierte er in einzigartiger Weise mit Laborexperimenten. Mit seinem Team baute er zudem Instrumente für erdgebundene Teleskope und Infrarotinstrumente für den Weltraum, so auch für das JWST. Zu seinen Erfolgen zählen beeindruckende Beobachtungen von protoplanetaren Scheiben und deren Strukturen bis hin zur Entdeckung junger Planeten in Stern-Scheibe-Systemen. Außerdem leistete er wichtige Beiträge zum Verständnis der präbiotischen Chemie.

Thomas Henning ist seit 2001 Direktor am Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg und leitet dort die Abteilung Planeten- und Sternentstehung (PSF). Darüber hinaus führt er eine Laborastrophysikgruppe in Jena – jenem Ort, an dem er auch promovierte und später Direktor des Astrophysikalischen Instituts und der Universitäts-Sternwarte war,  bevor er den Ruf der Max-Planck Gesellschaft (MPG) nach Heidelberg bekam.

Neben den bereits in der Würdigung der AG angedeuteten Schwerpunkten seiner Arbeiten rund um die Entstehung massereicher Sterne, planetenbildender Scheiben, Exoplaneten, dem interstellaren Medium und der Instrumentenentwicklung hat Thomas Henning im Jahr 2014 auch die Heidelberg Initiative for the Origins of Life (HIFOL) ins Leben gerufen. Diese „Heidelberger Initiative für die Ursprünge des Lebens“ versucht, eine der grundlegendsten Fragen der Menschheit zu verstehen: Wie ist das Leben auf der Erde entstanden und gibt es Leben anderswo im Universum? Im Kontext dieser Forschungen hat Thomas Henning inzwischen auch am MPIA in Heidelberg neue Forschungslabore in Betrieb genommen.

Mit der Karl-Schwarzschild-Medaille wird Thomas Henning nicht nur durch eine der ältesten astronomischen Vereinigungen im europäischen Raum geehrt. Da sich die AG 1863 in Heidelberg gründete, kehrt ihre wichtigste Auszeichnung auch wieder einmal an den Gründungsort der AG zurück.

Pressemitteilung der Astronomischen Gesellschaft beim Informationsdienst Wissenschaft

KJ

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