Miriam Keppler erhält den A&A Preis für die beste Dissertation

28. Juni 2021
Miriam Keppler vom Max-Planck-Institut  für Astronomie (MPIA) in Heidelberg ist auf der Jahrestagung der Europäischen Astronomischen Gesellschaft (EAS) 2021 mit dem A&A Best PhD Thesis Award für Ihre herausragende Doktorarbeit ausgezeichnet worden.  
Miriam Keppler

Der Best PhD Thesis Award wurde anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Zeitschrift Astronomy & Astrophysics (A&A) vom Vorstand von A&A gestiftet. Mit Miriam Keppler vom MPIA wird nun eine junge Nachwuchswissenschaftlerin ausgezeichnet, die herausragende Forschungsarbeit geleistet hat  und Teile ihrer Dissertation  als Hauptautorin in A&A veröffentlicht hat. Mit dem Preis möchte der Vorstand von A&A auch eine neue Generation von Forschenden motivieren, die die Astronomie in den kommenden Jahrzehnten prägen werden.

Nah-Infrarot-Aufnahme der PDS70-Scheibe aufgenommen mit dem SPHERE-Instrument. Der junge Exoplanet PDS 70 b ist deutlich als helles Signal am inneren Rand der Lücke (dunkler Bereich) zu erkennen. Die vom Zentralstern ausgehende Emission wurde ausgeblendet. Der Balken rechts unten zeigt den linearen Maßstab des Bildes in einer Entfernung von 370 Lichtjahren an.

Die Auszeichnung von Miriam Keppler bezieht sich konkret auf die Publikation „Discovery of a planetary-mass companion within the gap of the transition disk around PDS 70“ (Keppler et.al 2018,  Astronomy & Astrophysics, Volume 617, id.A44, 21 pp.). Hinter diesem eher unspektakulären Titel verbirgt sich eine der wichtigsten Entdeckungen der letzte Jahre im Forschungsgebiet Exoplaneten, also der Erforschung von Planeten um andere Sterne. Denn bis dato beobachtete man entweder die für die Entstehung von Planeten erwarteten Scheiben aus Gas und Staub um junge Sterne, oder aber bereits „fertige“ Planetensysteme um andere Sterne. Der Gasriese mit der Bezeichnung PDS 70 b wurde jedoch innerhalb einer Lücke der proto­planetaren Scheibe des Sterns PDS 70 gefunden und stellt somit einen extrem jungen Planeten dar, den man noch in seiner Entstehungsumgebung vorfindet. Hinsichtlich der Bildung  von Planetensystemen ist PDS 70 b  somit das erste direkt beobachtete Beispiel für diesen frühen zeitlichen Entwicklungsschritt  und damit hervorragend geeignet für die Überprüfung von Entstehungsmodellen von Planeten. Zu erwähnen ist auch, das PDS 70 b mit dem am MPIA mitentwickelten Instrument SPHERE am Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte ESO in Chile entdeckt wurde, mit dem besonders hochauflösende Beobachtungen möglich geworden sind.

Miriam Keppler ist als Wissenschaftlerin in der MPIA-Abteilung Planeten und Sternentstehung von Thomas Henning tätig. Zuvor studierte sie Physik in München und Heidelberg  und war als ERASMUS Fellow auch am Institut de Planétologie et d'Astrophysique de Grenoble (IPAG). Zwischen 2016 und 2020  arbeitete sie am MPIA unter Betreuung von Thomas Henning, Roy van Boekel and Myriam Benisty im Rahmen der International Max Planck Research School for Astronomy and Cosmic Physics an ihrer Dissertation an der Universität Heidelberg.

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KJ

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