Feinwerkmechaniker mit Schwerpunkt Feinmechanik
Die Ausbildung zum Feinwerkmechaniker/in am Max-Planck-Institut für Astronomie verbindet modernes Handwerk mit internationaler Spitzenforschung. In den institutseigenen Werkstätten entstehen hochpräzise mechanische Komponenten und technische Sonderanfertigungen für wissenschaftliche Instrumente und technische Systeme, die in der astronomischen Forschung eingesetzt werden.
Die Auszubildenden wirken an der Herstellung, Bearbeitung und Montage komplexer Bauteile mit und erhalten umfassende Einblicke in moderne Fertigungs- und Konstruktionstechniken. Durch die enge Zusammenarbeit mit technischen Abteilungen und wissenschaftlichen Arbeitsgruppen lernen sie die besonderen Anforderungen eines Forschungsinstituts kennen.
Die Ausbildung vermittelt sowohl klassische handwerkliche Grundlagen als auch den Umgang mit modernen computergestützten Fertigungsverfahren und bereitet gezielt auf die Anforderungen eines technisch anspruchsvollen Berufsfeldes vor.
Tätigkeiten
- Bearbeitung von Metallen und anderen Werkstoffen
- Arbeiten an konventionellen und CNC-gesteuerten Werkzeugmaschinen
- Herstellung und Montage feinmechanischer Bauteile und Baugruppen
- Anfertigung technischer Komponenten für wissenschaftliche Geräte und Versuchseinrichtungen
- Durchführung von Mess-, Prüf- und Qualitätskontrollen
- Lesen und Erstellen technischer Zeichnungen
- Konstruktion und Modellierung mit CAD-Software
- Programmierung und Bedienung moderner Fertigungsmaschinen
- Montage, Justierung und Wartung mechanischer Systeme
- Mitarbeit an technischen Entwicklungs- und Forschungsprojekten
Besonderer Wert wird auf selbstständiges Arbeiten, Präzision sowie Teamarbeit gelegt. Im Verlauf der Ausbildung erhalten die Auszubildenden die Möglichkeit, an unterschiedlichen Projekten und Sonderanfertigungen innerhalb der Werkstätten mitzuwirken.
Voraussetzungen
Vorausgesetzt wird mindestens ein guter Hauptschulabschluss. Gute Kenntnisse in Mathematik und Physik sind von Vorteil. Darüber hinaus werden technisches Interesse, handwerkliches Geschick sowie eine sorgfältige und zuverlässige Arbeitsweise erwartet.
Räumliches Vorstellungsvermögen, Lernbereitschaft und Teamfähigkeit sind ebenfalls wichtige Voraussetzungen für die Ausbildung.
Ausbildungsverlauf
Die Ausbildung dauert in der Regel dreieinhalb Jahre. Bei guten Leistungen kann eine Verkürzung möglich sein. Die Abschlussprüfung erfolgt vor der zuständigen Handwerkskammer.
Während der Ausbildung durchlaufen die Auszubildenden verschiedene Bereiche der mechanischen Fertigung und technischen Werkstätten. Dabei lernen sie sowohl grundlegende Fertigungstechniken als auch moderne Verfahren der Präzisionsmechanik kennen.
Erstes Ausbildungsjahr
Im 1. Ausbildungsjahr findet die Grundausbildung statt. Es werden verschiedene Handfertigkeiten erlernt, wie z.B. das manuelle Bearbeiten (Biegen, Feilen, Nieten, Gewindeschneiden, usw.), das maschinelle Bearbeiten von Metall (Fräsen, Drehen, Bohren, usw.) sowie auch der sichere Umgang mit den jeweiligen Maschinen unter Beachtung aller Sicherheitsvorkehrungen.
Verschiedene Werkstoffe kommen hierbei zum Einsatz, wie Aluminium, Baustahl, Edelstahl und Kunststoffe. Die erlernten Handfertigkeiten werden dann zudem miteinander kombiniert (Verstiften, Nieten, usw.).
Zweites Ausbildungsjahr
Im 2. Ausbildungsjahr werden die Grundlagen für den Umgang mit computergesteuerten Maschinen geschaffen, den so genannten CNC-Maschinen. Die verschiedenen Lehrstücke, sowie auch die Bauteile unserer Fertigung von wissenschaftlichen Instrumentierungen für Großteleskope, werden mit zunehmendem Wissen immer anspruchsvoller und greifen auf die Kenntnisse der Grundausbildung zurück. Sie sind teilweise nur mit großem Aufwand manuell zu fertigen.
Drittes Ausbildungsjahr
Im 3. Ausbildungsjahr werden alle erlernten Fachkenntnisse weiter vertieft. Der hohe Qualitätsanspruch unserer Bauteile und die hohen Voraussetzungen, die an einen Facharbeiter gestellt werden, haben es unerlässlich gemacht, den Ausbildungsrahmenplan zu erweitern, wie z.B. durch die Galvanisierverfahren Eloxieren und Brünieren, durch die Bedienung von hochmodernen 5-Achsen-Fräsmaschinen, einer Laserbeschriftungsmaschine und einer 3D-Messmaschine, wie auch durch den Umgang mit einer CAM-Software, die es ermöglicht, CAD-Konstruktionsmodelle von komplexen Bauteilen in die Fahrwege des Fräskopfes der CNC-Maschine zu übersetzen.
Somit können unsere Auszubildenden unter Anleitung in laufende Forschungsprojekte des MPIA eingebunden werden und ihren Beitrag zum Erfolg der Projekte leisten.
Abkürzungen:
CAD = computer-aided design (engl.): rechnerunterstützte Konstruktion
CAM = computer-aided manufacturing (engl.): rechnerunterstützte Fertigung
CNC = computerized numerical control (engl.): rechnergestützte numerische Steuerung
Bewerbung
Die Bewerbung erfolgt über das Online-Bewerbungsportal des Instituts.
Bitte reichen Sie Ihre Bewerbung bis zum 31.01.2027 ein.