Otto-Hahn-Medaille für Maximilian Häberle
Maximilian Häberle ist von der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) mit der Otto-Hahn-Medaille ausgezeichnet worden. Mit dieser Ehrung würdigt die MPG seine Dissertation, die mit der Bestätigung der Existenz eines mittelschweren schwarzen Lochs im Sternhaufen Omega Centauri einhergeht.
Seit 1978 ehrt die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) mit der Verleihung der Otto-Hahn-Medaille jährlich einige ihrer besten Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler. Die renommierte Auszeichnung ist benannt nach dem berühmten deutschen Chemiker und Nobelpreisträger Otto Hahn (1879-1968), der zwischen 1948 und 1960 auch Präsident der MPG war. Die MPG versteht die Auszeichnung vor allem als Motivation und Unterstützung für junge, besonders talentierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit dem Ziel des Fortgangs ihrer Karriere in der aktiven Forschung.
Einer der Preisträger der Chemisch-Physikalisch-Technischen Sektion (CPTS) der MPG des Jahres 2026 ist Maximilian Häberle. Er arbeitete bis vor kurzem am Max-Planck-Institut für Astronomie in der Lise-Meitner-Gruppe „Galaktische Kerne“ unter der Leitung von Nadine Neumayer und schloss seine nun mit dem Preis gewürdigte Dissertation an der Universität Heidelberg ab.
In seiner Arbeit analysierte Maximilian Häberle hochaufgelöste Bilder des zentralen Bereichs von Omega Centauri, die mit dem Hubble-Weltraumteleskop aufgenommen wurden.
Omega Centauri gilt nicht nur als massereichster Kugelsternhaufen unseres Milchstraßensystems – das Objekt wird in der Forschung auch oft als Überrest der zentralen Region einer Zwerggalaxie angesehen, die in gravitativer Wechselwirkung mit unserer Heimatgalaxie steht. In solchen Objekten stehen Hunderttausende oder Millionen von Sternen vergleichsweise konzentriert beieinander. Da sich ein solcher Sternhaufen auch sehr gut als generelle Kalibrationsquelle für Messungen eignet, wurde Omega Centauri über einen mehrjährigen Zeitraum regelmäßig ins Visier genommen.
Dank dieser mehr als zwei Jahrzehnte umfassenden Bilddaten gelang es Maximilian Häberle durch eine detaillierte Analyse und Verbindung der Einzelbilder mithilfe der großen Datenbasis die Bewegungen der Sterne bis ganz ins Zentrum zu messen.
„Da solche Bewegungen das Ergebnis gravitativer Einflüsse sind, können die beteiligten Massen in diesem Raumgebiet von Omega Centauri ermittelt werden. Die Messungen deuten auf ein zentrales Schwarzes Loch mittlerer Masse von mehr als 8.200 Sonnenmassen hin“ sagt Maximilian Häberle, der mittlerweile bei der Europäischen Südsternwarte ESO in Garching forscht.
Das Ergebnis ist spektakulär, denn es stellt das lange gesuchte fehlende Bindeglied zwischen „kleinen“ stellaren Schwarzen Löchern und den supermassereichen Schwarzen Löchern im Zentrum großer Galaxien dar. Damit ist hier das erste Beispiel für ein Schwarzes Loch mittlerer Masse gefunden worden. Deren Existenz konnte erwartet werden, da man bei massereicheren Galaxien eine Korrelation zwischen den Massen der zentralen Regionen (dem sogenannten Bulge) und der Masse der in diesen Zentren gefundenen schwarzen Löchern festgestellt hat. Weitere Einzelheiten zur Arbeit sind in dieser Pressemitteilung zusammengefasst.
Die Verleihung fand auf der Jahresversammlung der MPG in Frankturt am 17. Juni 2026 statt.
Pressemitteilung der MPG
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