Renommierter Astronomiepreis wird auf Konferenz am MPIA verliehen
Die Gruber Foundation gibt die Preisträger des Gruber-Kosmologiepreises 2026 bekannt.
Auf den Punkt
- Gruber-Kosmologiepreis 2026: Das Max-Planck-Institut für Astronomie (MPIA) und das Haus der Astronomie (HdA) in Heidelberg richten am 10. November die Verleihung des renommierten GruberKosmologiepreises aus.
- Preisträger und Forschung: Ausgezeichnet werden Alexei V. Filipenko, Ken'ichi Nomoto und Stanford Woosley für ihre jahrzehntelange Forschung zu Supernovae, die entscheidend zum Verständnis des Universums beiträgt.
- Wissenschaftliche Bedeutung: Die Forschungen haben wichtige Erkenntnisse zu Dunkler Energie, Supernova-Durchmusterungen, Modellen von Sternexplosionen und Nukleosynthese geliefert.
Das Max-Planck-Institut für Astronomie (MPIA) und das Haus der Astronomie (HdA) in Heidelberg werden die Verleihung des Gruber-Kosmologiepreises 2026 ausrichten. Die Zeremonie findet im galaxienförmigen Gebäude des HdA am 10. November im Rahmen der Konferenz „Illuminating the Cosmos: Chemical Elements in Stars, Planets, Nebulae, and Transient Extra-galactic Events" statt.
Die Konferenz wird von einem wissenschaftlichen Organisationskomitee (SOC) geleitet, dessen Vorsitz die MPIA-Wissenschaftlerin und Expertin für Sternchemie Maria Bergemann innehat. Sie leitet am MPIA eine Lise-Meitner-Forschungsgruppe. Die Co-Vorsitzenden sind Martin Pessah von der Niels Bohr International Academy (NBIA) und Anders Jerkstrand (Universität Stockholm, Schweden).
Die Gruber Foundation, die an der Yale University in New Haven, Connecticut, USA, ansässig ist, gab heute die drei Preisträger bekannt:
- Alexei V. Filippenko (University of California, Berkeley, USA)
- Ken'ichi Nomoto (Universität Tokio, Japan)
- Stanford Woosley (University of California, Santa Cruz, USA)
Sie erhalten gemeinsam einen Preis von 500.000 US-Dollar für ihre jahrzehntelange Erforschung von Supernovae, einer Klasse von explodierenden Sternen. Ihre Forschung hat sich als unschätzbar wertvoll für das Verständnis der Zusammensetzung und Entwicklung des Universums erwiesen. Die offizielle Begründung würdigt sie dafür, „Supernovae von rätselhaften Sternexplosionen zu einem Forschungsgebiet gemacht zu haben, das heute genaue Vorhersagen erlaubt und durch Beobachtungen vielfach bestätigt wurde.“
Ihre Arbeit zu Supernovae hat die Kosmologie in mehrfacher Hinsicht grundlegend beeinflusst:
Dunkle Energie. Filippenko charakterisierte wichtige Arten von Typ-Ia-Supernovae, während Nomoto und Woosley unabhängig voneinander die zugrunde liegenden Explosionen von Weißen Zwergen modellierten. Diese Arbeit erwies sich als entscheidend für die Entdeckung Ende der 1990er Jahre, dass sich die Expansion des Universums beschleunigt — angetrieben von der noch immer rätselhaften „Dunklen Energie".
Supernova-Durchmusterungen. Filippenkos Supernova-Suche am Lick Observatory (1998–2008) entdeckte mehr nahe Supernovae als alle anderen Suchprogramme weltweit zusammen und schuf damit eine grundlegende Ressource für das Fachgebiet sowie die Grundlage für spätere Himmelsdurchmusterungen.
Supernova-Modelle. Nomoto und Woosley modellierten unabhängig voneinander Typ-Ia- und Typ-II-Supernovae und sagten deren Leuchtkräfte, physikalischen Aufbau und Überreste voraus — darunter Neutronensterne und Schwarze Löcher. Sie zeigten auch, dass die extremsten Ereignisse Gammastrahlenausbrüche erzeugen, die energiereich genug sind, um eine neue Klassifikation zu rechtfertigen: Hypernovae.
Nukleosynthese. Woosley und Nomoto berechneten die Elementausbeuten verschiedener Supernovatypen und zeigten deren Übereinstimmung mit den beobachteten Häufigkeiten in der Sonne und in anderen Sternen. Sie machten die Erforschung von Supernovae damit zu einer Wissenschaft, die zutreffende Vorhersagen ermöglicht.
MPIA und HdA sind geehrt, die Verleihung des renommierten Gruber-Kosmologiepreises ausrichten zu dürfen. Die Kosmologie ist eines der astrophysikalischen Forschungsgebiete am MPIA, einem von 84 Instituten der Max-Planck-Gesellschaft und einer der weltweit führenden astronomischen Forschungseinrichtungen. Das auf dem MPIA-Campus gelegene HdA ist ein Zentrum für astronomische Bildung und Öffentlichkeitsarbeit, das jährlich Tausende von Besuchern — überwiegend Schülerinnen und Schüler — empfängt und regelmäßig internationale Konferenzen ausrichtet.
Diese Nachricht basiert auf der Pressemitteilung der Gruber Foundation, die zeitgleich erscheint.
Für die deutsche Version kam in einem Zwischenschritt ein Sprachmodell zum Einsatz, das bei der Übersetzung der englischen Vorlage des Autors half.
MN












